Bei einer Haglundferse helfen Schuhe mit weicher, tief ausgeschnittener Fersenpartie oder komplett offenes Schuhwerk am schnellsten. Wichtig ist zusätzlich eine stabile Passform, die den Fuß im Rückfußbereich führt, ohne die knöcherne Ausstülpung direkt zu berühren. Wo das nicht reicht, sorgen Fersenpolster oder eine angepasste Einlage für zusätzliche Entlastung.
Fünf Optionen, die sich in der Praxis bewährt haben:
- Offene Sandalen oder Clogs ohne Fersenriemen über der Reizzone
- Sneaker mit weicher, tief geschnittener Fersenkappe
- Flexible Barfußschuhe mit breiter Zehenbox und nachgiebigem Fersenbereich
- Wanderschuhe mit ausgeweiteter, wärmebehandelter Fersenkappe
- Hausschuhe oder Slipper ganz ohne feste Rückenpartie für zu Hause
Profi-Tipp: Binden Sie Ihre Schnürsenkel mit der Marathonschnürung durch das oberste Schnürloch. Das nimmt dem Fuß den Halt nach vorne und verhindert, dass die Ferse beim Gehen im Schuh nach oben rutscht und gegen die Fersenkappe schlägt.
Wichtige Erkenntnisse
Die richtige Schuhwahl bei einer Haglundferse reduziert den Druck auf die Ausstülpung, ersetzt aber keine ärztliche Behandlung bei anhaltenden Beschwerden.
| Thema | Details |
|---|---|
| Sofortmaßnahme | Offene oder weich gepolsterte Schuhe ohne harte Fersenkappe tragen. |
| Mechanik verstehen | Reibung zwischen Ausstülpung und Schuh löst die Entzündung aus. |
| Einlagen nutzen | Einlagen heben das Fußbett bis zu einen Zentimeter an und verlagern Druck. |
| Ergänzende Maßnahmen | Wadendehnung, Kälte und Anti-Scheuer-Balsam unterstützen die Schuhwahl. |
| Wiecel-Modelle prüfen | Orthopädische Sneaker und sportliche Barfußschuhe bieten breite Zehenbox und weiche Fersenpartie. |
Inhaltsverzeichnis
- Was genau ist eine Haglundferse?
- Woran erkennen Sie, dass der Schuh das Problem verschärft?
- Welche Rolle spielt die Schuhmechanik wirklich?
- Welche Schuhtypen und Materialien wirklich helfen
- Einlagen, Fersenpolster und Silikonkeile richtig einsetzen
- Wie viel bringt eine Einlage tatsächlich?
- Checkliste für den Schuhkauf: Diese Fragen stellen Sie sich
- Dehnübungen und weitere Maßnahmen, die zusätzlich helfen
- Wann Sie zum Arzt sollten und welche Therapien es gibt
- Wiecel-Schuhe, die zur Haglundferse passen
- Quellen
Was genau ist eine Haglundferse?
Eine Haglundferse, auch Haglund-Exostose oder Haglund-Syndrom genannt, ist eine knöcherne Vorwölbung am oberen hinteren Rand des Fersenbeins. Diese Verknöcherung reibt bei jedem Schritt gegen die Rückseite des Schuhs, was auf Dauer den Schleimbeutel entzündet oder die Achillessehne reizt.
Die Haglundferse ist eine knöcherne Vorwölbung am oberen hinteren Rand des Fersenbeins. Wiederholte Reibung durch ungeeignetes Schuhwerk fördert die Entzündung dieser Region, wie das Orthopädie-Zentrum Wien beschreibt.
Häufige Risikofaktoren sind:
- Ein von Natur aus hoher, prominenter Fersenknochen
- Ein Hohlfuß oder eine ausgeprägte Rückfußfehlstellung
- Wiederholter Druck durch harte, enge Schuhkappen über Jahre
Woran erkennen Sie, dass der Schuh das Problem verschärft?
Typische Beschwerden sind ein stechender Druckschmerz oberhalb der Fersenkappe, Schwellungen, Rötungen und im fortgeschrittenen Stadium Blasen an der Reibstelle. Ein harter, unflexibler Fersenbereich presst direkt gegen die Ausstülpung. Fersenschlupf verstärkt das Problem noch, weil der Fuß bei jedem Schritt ein kleines Stück nach oben und wieder nach unten rutscht.
- Schmerz verstärkt sich beim Anziehen bestimmter Schuhe, nicht beim Barfußgehen
- Die Reizung sitzt exakt an der Stelle, an der die Fersenkappe endet
- Nach dem Ausziehen des Schuhs lässt der Druckschmerz spürbar nach
Wenn diese drei Punkte zutreffen, ist das Schuhwerk mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auslöser, nicht nur ein Begleitfaktor.
Welche Rolle spielt die Schuhmechanik wirklich?
Der Kontaktpunkt zwischen der knöchernen Ausstülpung und der Schuhinnenseite entscheidet, ob eine Haglundferse ruhig bleibt oder sich entzündet. Reibt der Schuh bei jedem Schritt an genau dieser Stelle, entsteht ein kleiner, aber ständig wiederkehrender Reiz, der sich zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung auswächst. Eine Laufbandanalyse kann laut Schön Klinik Fehlstellungen aufdecken, die den Druck in der Abstoßphase zusätzlich erhöhen. Einlagen wirken dem entgegen, indem sie das Fußbett anheben und die Druckverteilung nach vorne in Richtung Zehen verschieben.
Profi-Tipp: Stabilität und Polsterung schließen sich nicht aus, sie müssen zusammenkommen. Ein Schuh, der nur weich ist, aber im Rückfuß kippelt, verstärkt den Fersenschlupf. Ein Schuh, der nur stabil ist, aber hart gepolstert ist, drückt direkt auf die Reizzone.
Bei vielen Betroffenen genügt eine Verlagerung von wenigen Millimetern, um den akuten Schmerz beim Gehen deutlich zu senken.
Welche Schuhtypen und Materialien wirklich helfen
Für den Alltag eignen sich Schuhe mit weicher, nachgiebiger Fersenpartie oder ganz ohne feste Rückseite am besten. Dr. med. Manuel Nastai empfiehlt Modelle mit gut gepolsterten Fersenkappen oder tiefen Fersenausschnitten, die direkten Kontakt zur Ausstülpung vermeiden. Flexible Barfußschuhe mit breiter Zehenbox verteilen den Druck zusätzlich anders, weil die Zehen mehr Spielraum haben und der Fuß insgesamt weniger nach vorne rutscht.

Offenes Schuhwerk hat sich in der Praxis ebenfalls bewährt. Sandalen und Clogs entlasten die betroffene Stelle komplett, und weiche, formbare Materialien wie Merinowolle üben laut BUNTE kaum Druck auf die Ferse aus.
Meiden sollten Sie:
- Schuhe mit harter, unnachgiebiger Kunststoff-Fersenkappe
- Zu enge Rückpartien, die auf die Ausstülpung drücken
- Schuhe mit rutschender Passform, die Fersenschlupf begünstigen
Im Geschäft lohnt sich ein kurzer Test: Schuh mit den Socken anziehen, die Sie auch sonst tragen, ein paar Schritte gehen und bewusst darauf achten, ob die Ferse beim Abrollen im Schuh mitwandert. Bleibt sie ruhig, ist die Passform vermutlich richtig.
Profi-Tipp: Kaufen Sie neue Schuhe nachmittags, wenn der Fuß leicht angeschwollen ist. So vermeiden Sie, dass ein morgens perfekt sitzender Schuh am Abend drückt.
Einlagen, Fersenpolster und Silikonkeile richtig einsetzen
Fersenpolster und Silikonkeile puffern den direkten Druck auf die Ausstülpung ab, während orthopädische Einlagen das gesamte Fußbett anheben. Diese Anhebung verschiebt die Belastung nach vorne, weg von der Reizzone.
- Fersenpolster lassen sich meist ohne Anpassung in bestehende Schuhe einlegen
- Einlagen sollten beim Wechsel zwischen Schuhen auf Passform geprüft werden
- Bei wiederkehrenden Beschwerden lohnt sich der Besuch bei einem Orthopäden oder Podo-Techniker zur individuellen Anpassung
Nicht jede Einlage passt in jeden Schuh. Eine zu dicke Einlage in einem eng geschnittenen Sneaker kann die Stabilität verschlechtern und neuen Druck erzeugen, statt ihn zu nehmen.
| Hilfsmittel | Wirkung |
|---|---|
| Fersenpolster | Puffert direkten Druck auf die Ausstülpung ab |
| Silikonkeil | Verändert den Winkel der Ferse im Schuh |
| Orthopädische Einlage | Hebt das Fußbett und verlagert Druck nach vorne |
Orthopädische Einlagen können das Fußbett laut Gelenk-Klinik um bis zu einen Zentimeter anheben. Wer bereits Einlagen nutzt, findet in unserem Leitfaden zu Einlagentypen eine Einordnung, welche Bauweise zu welchem Schuh passt.
Wie viel bringt eine Einlage tatsächlich?
Eine Anhebung um bis zu einen Zentimeter mag klein wirken, macht aber am Fersenbein oft den Unterschied zwischen Dauerreizung und beschwerdefreiem Gehen. Diese Verlagerung ist rein mechanisch: Sie verändert, wo der Druck ankommt, heilt aber die knöcherne Ausstülpung selbst nicht.
Orthopädische Einlagen können das Fußbett um bis zu einen Zentimeter anheben und den Druck von der Ferse nach vorne auf die Zehen verlagern, so die Gelenk-Klinik.
Wer also eine spürbare Linderung erwartet, aber keine dauerhafte Lösung der Grunderkrankung, hat die richtige Erwartung. Kombiniert mit dem passenden Schuh ist diese Wirkung trotzdem oft genug, um schmerzfrei durch den Alltag zu kommen.
Checkliste für den Schuhkauf: Diese Fragen stellen Sie sich
Vor dem Kauf oder der Anpassung eines Schuhs helfen wenige, klare Fragen:
- Sitzt die Ferse im Schuh fest, ohne beim Gehen zu rutschen?
- Berührt die Fersenkappe die knöcherne Ausstülpung direkt?
- Lässt sich die Fersenpartie mit der Hand leicht eindrücken?
- Bleibt der Fuß auch mit den üblichen Socken beschwerdefrei?
Warnsignale beim Probetragen sind Rötung nach wenigen Metern, ein Druckgefühl, das während des Gehens zunimmt, oder ein Schuh, der erst „eingelaufen“ werden muss. Ein guter Schuh braucht das nicht.
- Kappe drückt sofort → falsches Modell, auch wenn die Größe passt
- Ferse rutscht beim Treppensteigen → Passform zu weit
- Schmerz verschwindet erst nach dem Ausziehen → Reizung ist akut
Profi-Tipp: Nutzen Sie beim Schnüren das oberste Loch für die Marathonschnürung. Dieses Loch bleibt bei den meisten Käufern ungenutzt, obwohl es genau den Fersenschlupf verhindert, der die Reizung verstärkt.
Dehnübungen und weitere Maßnahmen, die zusätzlich helfen
Schuhe allein lösen selten das gesamte Problem. Eine verkürzte Wadenmuskulatur erhöht den Zug auf die Achillessehne und damit indirekt den Druck auf die Haglundferse.
- Wadendehnung an der Wand, 30 Sekunden pro Seite, mehrmals täglich
- Exzentrisches Fersenheben auf einer Stufe, langsam absenken, 3 Sätze à 10 Wiederholungen
- Kältebehandlung nach Belastung, 10 bis 15 Minuten
Ergänzend helfen doppellagige Socken, Anti-Scheuer-Balsam und Blasenpflaster an der Reibstelle, wie ein Ratgeber zu Blasen durch Haglundferse beschreibt. Trainingspausen bei akuter Reizung und ein vorübergehender Wechsel zu Sportarten ohne Fersenbelastung, etwa Schwimmen, entlasten zusätzlich.
- Wadendehnung senkt die Zugspannung auf die Achillessehne
- Kälte reduziert akute Schwellung nach Belastung
- Doppellagige Socken verringern Reibung direkt an der Haut
Wann Sie zum Arzt sollten und welche Therapien es gibt
Anhaltende Schwellung, starke Schmerzen trotz Schuhwechsel oder eine spürbare Bewegungseinschränkung sind Gründe für eine ärztliche Abklärung. Auch wenn Fersenpolster und angepasste Einlagen nach mehreren Wochen keine Besserung bringen, sollte ein Facharzt die Ferse untersuchen.
Die Behandlung verläuft meist stufenweise:
- Konservative Maßnahmen: Einlagen, Physiotherapie, Schuhanpassung
- Bei anhaltenden Beschwerden: Stoßwellentherapie oder gezielte Kortisoninjektion
- Nur bei Therapieresistenz: operative Entfernung der Ausstülpung
Eine Laufbandanalyse kann laut Schön Klinik vorab klären, ob eine Fehlstellung die Beschwerden zusätzlich verstärkt, was die Einlagenversorgung gezielter macht. Wer bereits mit Fußfehlstellungen kämpft, findet ergänzend Hinweise im Beitrag zu Fußfehlstellung und Schuhwahl.
Praxiserfahrung: Realistische Erwartungen an Schuhe und Hilfsmittel
Aus der praktischen Beratung rund um Fußgesundheit zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Schuhe sind ein zentraler, aber selten der einzige Baustein der Behandlung. Wer nur den Schuh wechselt und Dehnübungen ignoriert, bleibt oft bei halben Erfolgen stehen. Mit der richtigen Kombination aus Passform, Polsterung und etwas Geduld lassen sich die Beschwerden aber in den meisten Fällen deutlich reduzieren, ganz ohne Operation.

Wiecel-Schuhe, die zur Haglundferse passen
Bei Wiecel finden Sie mehrere Modelle, die genau die Kriterien erfüllen, die bei einer Haglundferse zählen: breite Zehenbox, flexible Sohle und eine weiche, nachgiebige Fersenpartie statt einer harten Kappe. Für den Alltag eignen sich die orthopädischen Sneaker besonders gut, weil sie Stabilität bieten, ohne im Rückfuß zu drücken.

Wer aktiv ist, findet in der Kategorie sportliche Barfußschuhe Modelle mit besonders flexibler Sohle, die auch bei längeren Gehstrecken keinen zusätzlichen Druck auf die Ferse aufbauen. Für die kalte Jahreszeit gibt es zudem wärmende Winterstiefel mit demselben orthopädischen Grundprinzip. Alle Modelle sind mit passenden Einlagen kombinierbar, der Versand ist kostenlos und eine Rückgabe ist unkompliziert möglich, falls die Passform doch nicht stimmt. Schauen Sie sich Ihre Größe in Ruhe an und bestellen Sie das Modell, das am besten zu Ihrem Alltag passt.
Quellen
- Gelenk-Klinik – Haglundexostose / Haglundferse
- Dr.-med. Manuel Nastai – Wie trägt man Schuhe bei Haglund‑Deformität?
- Schön Klinik – Behandlung bei Haglundferse
- BUNTE – Welche Schuhe Bei Einer Haglundferse Tragen? Tipps Und Hinweise
- Orthopädie‑Zentrum Wien – Haglundferse (Haglund‑Deformität)
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.





